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Hier sprechen wir über unsere wichtigste Grundhaltung. Das ständige Einbeziehen von Mitarbeitern in die Bearbeitung der Themenstellungen, die sie betreffen, ist die Grundlage erfolgreichen Führungshandelns und wichtig für Führungskräfte in jeder Hinsicht. Allerdings zeigt sich an diesem Punkt auch die fatalste Neigung zahlreicher Vorgesetzter. Die Rede ist von der Neigung, Mitarbeiter zwangs-zu-beglücken. Viele Vorgesetzte wissen, was für ihre Mitarbeiter gut ist. Sie glauben, dies sogar besser zu wissen, als die Mitarbeiter selbst und brauchen sie aufgrund dieser Überzeugung auch gar nicht erst zu fragen. Um nicht missverstanden zu werden: Zwangsbeglückung geschieht in den seltensten Fällen absichtlich.
Dennoch geschieht sie und löst negative Wirkungen aus. Mitarbeiter die viel zwangsbeglückt werden, hören auf, selbständig zu denken bzw. selbständig zu handeln. Sie warten permanent auf Anweisungen und geben Ihre Selbstverantwortung zumindest im Unternehmen auf. Die Beispiele für Zwangsbeglückung oder weniger ironisch ausgedrückt, für Bevormundung, sind zahllos: Ein Abteilungsleiter in einem großen Konzern "betreut" jeden neuen Mitarbeiter seines Bereichs am ersten Tag die ersten ca. 4 Stunden lang höchstpersönlich. In dieser Zeit führt er ihn durch den gesamten riesigen Betrieb, stellt ihn einer Unzahl von Mitarbeitern vor, füttert ihn ständig mit Informationen und ist dabei felsenfest davon überzeugt, einen idealen Chef zu verkörpern. Auf die Frage, warum er so bemerkenswert viel Aufwand an dieser Stelle betreibt, verweist der Abteilungsleiter auf seinen eigenen ersten Tag im selben Unternehmen vor 25 Jahren. Keiner hatte sich seinerzeit um ihn gekümmert, sein Chef war nicht da, die Kollegen wussten gar nicht, dass er kommt, nichts war vorbereitet und er wäre am liebsten sofort wieder nach Hause gegangen und nie wieder erschienen. Damals hat er den Entschluss gefasst, dass er, falls er hier jemals was zu sagen haben wird, dieses ganz anders machen wird.
So wird aus der eigenen Vernachlässigung von vor 25 Jahren die -unbeabsichtigte- Zwangsbeglückung der neuen Mitarbeiter heute. Die "Einbeziehungs-Lösung" in dieser Situation bestünde darin, den neuen Mitarbeiter, nach kurzer Begrüßung zu fragen, welcher Weg ihm am ersten Tag lieber wäre: Erst mit dem Chef zusammen zu sein und eine "große Runde" zu drehen, direkt an den künftigen Arbeitsplatz zu gehen oder vielleicht irgendein dritter Weg. Bevormundungen sind im Alltag normalerweise weniger auffällig. So werden Termine für Besprechungen in jeder Werbeagentur einseitig festgelegt, Fertigstellungstermine bestimmt usw.- alles Themen, in welche man Mitarbeiter besser einbezieht, indem man sie fragt und Vorschläge fordert, wie, wann, von wem, was am Besten gemacht wird. Niemand ist dabei verpflichtet, jede Mitarbeitermeinung auch bei seinen Entscheidungen zu berücksichtigen oder gar die eigene Entscheidungsverantwortung aus der Hand zu geben.
Dies wären nach unserer Überzeugung sogar schwere Führungsfehler. Hier geht es darum, die guten Ideen der Mitarbeiter, deren Lösungsvorschläge und Vorstellungen zu hören und sich so die gemeinsame Arbeit leichter zu machen. Merke: selbst gesteckte Ziele werden eher erreicht als die von anderen vorgegebenen Ziele. Zielvereinbarung ist ein Prozess, bei dem mehrere Personen über einen gemeinsam abgestimmten Weg durch geeignete Maßnahmen eine Sache erreichen wollen. Dabei werden Fertigkeiten und Fähigkeiten der Mitarbeiter angemessen eingesetzt.
Name: Jens Kleinholz E-Mail: kleinholz@net-tec-online.de
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